Die Entscheidung der ICANN gilt als Sieg für gemeinnützige Organisationen: Die Verwaltung der TLD .org, Public Interest Registry (PIR), wird nicht verkauft und damit auch nicht kommerzialisiert.

Der Vorstand der ICANN hat seine Zustimmung zum Verkauf am 30. April verweigert und damit begründet, dass das im öffentlichen Interesse läge. „Verschiedene Faktoren schaffen inakzeptable Unsicherheiten für die Zukunft der Registry der drittgrößten Top-Level-Domain“, ließ die ICANN in der Nacht auf Freitag wissen.

Diese Entscheidung wird auch als Sieg für die Zivilgesellschaft und für gemeinnützige Organisationen, in deren Interesse die .org-Registry in erster Linie handeln soll. Der bisherige Eigentümer ISOC (Internet Society) muss damit auf einen Verkaufserlös von mehr als einer Milliarde US-Dollar verzichten.

Damit geht auch die eigens dafür in den USA gegründete Investmentgesellschaft Ethos Capital, die die .org-Registry mit Gewinnabsicht betreiben wollte, leer aus.

Preiserhöhungen wären absehbar gewesen

Die Top-Level-Domain .org gehört zu den wenigen verbliebenen Symbolen des nicht-kommerziellen Internets. Deshalb ging auch die Zivilgesellschaft gegen den .org-Verkauf durch die Internet Society auf die Barrikaden.

Mehr als 800 Organisationen und 25.000 Einzelpersonen haben sich über Aktionen wie savedotorg.org in den Vorgang eingemischt und die Internet Society, die Netz-Selbstverwaltung ICANN und die US-Politik aufgefordert, den Verkauf der Registry zu stoppen. Die absehbaren Preiserhöhungen könnten besonders gemeinnützige Organisationen in armen Entwicklungsländern überfordern.