Gerade hat die Internet Society (ISOC) die Public Interest Registry (PIR) verkauft, die für die beliebte Top-Level-Domain (TLD) .org zuständig ist. Die Organisation gab bekannt, dass die .org-Registry nach Abschluss der Transaktion der südafrikanischen Investmentgesellschaft Ethos Capital gehören wird.

Außer der Eigentumsänderung soll sich nichts anderes ändern, versprechen sowohl der Verkäufer als auch der Käufer zu der Übernahme. Wie hoch der beim Verkauf erzielte Erlös war, behält die ISOC aber bisher für sich.

Käufer will “Goldstandard” für Registries

Der Käufer, die Ethos Capital, bietet diverse Fondstypen mit ganz oder teilweise Ethos gehörenden Firmen an. Die Bandbreite reicht von afrikanischen Bierbrauern bis zu Autozulieferern. Brooks verspricht zu dem Deal, Ethos wolle mit PIR einen “Goldstandard” für Registry Services setzen. Zu dem Zweck würden etwa ein Ethik-Beirat für den Betrieb der PIR und ein spezieller Fonds zur Finanzierung bestehender und neuer Initiativen“wichtiger Internetorganisationen” geschaffen.

Der Verkäufer ISOC wiederum will mit dem Verkaufserlös ihre eigene weitere Finanzierung sicherstellen. Warum sie dafür statt auf die übliche Registrierung von Domains eher auf andere Finanzierungsmodelle setzt, geht aus den Erklärungen nicht wirklich hervor.

Seit 2002 hat PIR der ISOC ein beachtliches Wachstum beschert, auch wenn in den letzten beiden Jahren die Registrierzahlen für .org von 10,4 Millionen auf 10,1 Millionen Domains leicht zurück gingen. Außer .org betreibt PIR auch mehrere verwandte, neue TLDs wie zum Beispiel .ngo und die kyrillische Variante von .org.

Angst vor Preiserhöhungen

Nach der Ankündigung kamen natürlich direkt Fragen zu Preiserhöhungen für .org-Domains auf von Leuten auf, die einen Zusammenhang zwischen dem Verkauf und der von PIR bei ICANN beantragten Aufhebung der Preisobergrenze für die .org-Registrierung vermuten.

Dazu versicherte der CEO von PIR, Jon Nevett, gegenüber dem US-Magazin Domain Pulse aber, dass die Übernahme keineswegs ein Masterplan zur Erhöhung der Gebühren sei. Eventuelle Preiserhöhungen würden auf jeden Fall fair und moderat bleiben. In dem Gespräch ergänzte Nevett auch, PIR arbeite an weiterem Wachstum, besonders mit Blick auf ähnliche Top Level Domains.